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TV-Hintergrund


THEMA
Rundfunkgebührenerhöhung
ist beschlossene Sache
10.12.08 - Nachdem als letzte beiden Landesparlamente Bremen und Sachsen dem 11. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zusgestimmt hat, steht eine Anhebung der GEZ-Gebühr ins Haus.
Ab dem 1. Januar 2009 wird dann die monatliche Gebühr für ein Radio- und Fernsehgerät um 95 Cent auf 17,98 Euro steigen. Im fast vergangenen Geschäftsjahr hat die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) auf diesem Wege fast 7,3 Mrd. Euro eingenommen und an die einzelnen Sender der ARD, an das ZDF und das Deutschlandradio verteilt. Diese Gebühren stellen daher weiterhin die wichtigste Einnahmequelle der Öffentlich-Rechtlichen dar. Der Pflichtbeitrag, dem sich keiner entziehen kann, der ein Empfangsgerät bei sich zuhause stehen hat, soll die Grundversorgung mit umfassender und objektiver Information sichern und die Unabhängigkeit der Sendeanstalten wahren.


THEMA
Springer spart wahrscheinlich
seine großen TV-Events weg
6.12.08 - Auch in der Zentrale der Axel Springer AG macht man sich Gedanken, wie man der angekündigten Wirtschaftsflaute wirkungsvoll entgegnen könnte.
In Aussicht gestellt wurde jetzt schon einmal, die großen Veranstaltungen insgesamt abzusagen. Das berichtet zumindest "Der Spiegel" Davon wären dann betroffen: die Verleihung der "Goldenen Kamera", der "Bild"-Medienpreis "Osgar", die "Ein Herz für Kinder"-Gala, das "Goldene Lenkrad" von "Bild am Sonntag" und der "Sport Bild"-Award. Die Liste ist noch lange nicht vollständig. Am Montag will man in der Cheftage darüber angeblich entscheiden.
Angesichts der Wirtschafts- und damit Anzeigenflaute Vorstandschef Mathias Döpfner möchte, wie es heißt, "lieber an Champagner und Lachshäppchen sparen, als an wertvollen Mitarbeitern und Journalismus"

Update: 9.12.08 - Die Axel Springer AG hat nun bestätigt, dass für das kommende Jahr alle Feiern, Empfänge und Galas abgesagt werden. Man wolle auf harte Einschnitte bei Personal oder den Titeln und Online-Angeboten verzichten und so kommt es zur "Veranstaltungspause". "Die wichtigste Maßnahme war in der Vergangenheit und bleibt auch in Zukunft ein konsequentes Kostenmanagement", heißt es von Seiten des Unternehmens. Die Preise und Auszeichnungen sollen nur in den Printmedien ohne Pomp verliehen werden. Die Spendenaktion "Ein Herz für Kinder" wird im kommenden Jahr "in veränderter Form" weitergeführt.


SENDER
SuperRTL trotzt
anscheinend der Finanzkrise
20.11.08 - Die Verantwortlichen des kleinen Kölner Senders ziehen eine positive Vor-Bilanz für das Jahr 2008 und geben Einblick in ihre familienfreundlichen Pläne für 2009.
Geschäftsführer Claude Schmit und Programmchef Carsten Göttel gaben an, 2008 den Gewinn um 6-10 % gesteigetr zu haben, bzw. zu steigern, den noch ist das Jahr nicht ganz beendet. Aktuell habe man beim Sender ein "Luxus-Problem", formuliert es Schmit, denn im November seien zum ersten Mal alle Werbeflächen komplett ausgelastet und im Dezember werde sich dies höchstwahrscheinlich nicht verschlechtern.
Im kommenden Jahr soll der heimliche Star des Senders für zusätzliche Umsätze sorgen: Das Haselhörnchen, noch nur aus kurzen Einspielern im Programm bekannt, erhält seine eigene Serie. "Kleine Geschichten haben kleine Einschaltquoten, große Geschichten haben große Einschaltquoten", meint das Haselhörnchen dazu ganz nassfosch selbst.
Kleine Einschränkungne in dieser rosaroten Welt gibt es natürlich doch. Daytime mit dem Kinderprogramm laufe sehr gut, aber der Rest des Tagesprogrammes , insbesondere die Primetime sei ausbaufähig, hiess es sinngemäß. Am Konzept der der familienfreundlichen Programme auch in der besten Sendezeit will jedoch man festhalten und 2009 um das Thema "Magie" erweitern. Am Spätabend soll die Comedy Vorrang bekommen und in der Daytime will Göttel u.a. das Thema "Agenten und Detektive" etablieren.


SENDER
Sat.1 zieht definitiv um
und der Konzern baut Personal ab
13.11.08 - Bei ProSiebenSat.1 kündigen sich große Umwälzungen an. Sat.1 sendet künftig auch vom Münchener Stammsitz und der Konzern entlässt 225 Mitarbeiter.
Die Konzernspitze der ProSiebenSat.1 Media AG hat in ihrer Mitarbeiterversammlung in Berlin ihre Entscheidung nun bekanntgegeben: Nach acht Jahren Verweildauer in der Hauptstadt geht es jetzt definitiv nach München. Das Mammutprojekt soll bis Juni 2009 abgeschlossen sein. Nicht alle Mitarbeiter müssen mit umziehen, denn schließlich verbleibt der hauseigene Nachrichtensender N24 an seinem neuen Domizil am Potsdamer Platz, ebenso wie die Sat.1-Zentralredaktion, die Produzenten von »Frühstücksfernsehen« und »Sat.1 Magazin«, die in eine eigenständige GmbH ausgegliedert wird, in Berlin bleiben wird. Damit bleibt die Stadt mit 450 Mitarbeitern weiter ein wichtiger Standort. Der Umzug wird zu einem logistischen Problem, denn man weiß noch nicht, wo die Senderangestellten am bayerischen Stammsitz des Konzerns alle unterkommen sollen. Bezüglich der rund 350 Mitarbeiter, die sich durch die Situation einen neuen Job suchen müssen, bemühe man sich um Sozialverträglichkeit. Allen Mitarbeitern wird ein ein Jobangebot am neuen Standort unterbreitet und wahlweise eine "angemessene Abfindung" angeboten. In der Konzerncheftage sieht einen großen Vorteil: Sat.1, Pro7 und Kabel1 gemeinsam in München, das berge eine Chance, gemeinsam für jeden einzelnen Sender das bestmögliche Programm zu machen, durch den täglichen Austausch von Ideen, eine vernetzte Nutzung der Programmressourcen, Teamgeist und eine gemeinsame Vision.

Radikaler Personalumbau im Gesamtkonzern

Neben dieser Ortsväerndungen stehen für die deutschen Free-TV-Sender von ProSiebenSat.1 personelle große Veränderungen an. In der Geschäftsführung gibt es zahlreiche Rotationen. Matthias Alberti und Torsten Rossmann, bisher Geschäftsführer von Sat.1, orientieren sich neu: Alberti wird neben Andreas Bartl Geschäftsführer bei der German Free-TV-Holding in München. Rossmann bleibt in Berlin und übernimmt die Leitung bei den Nachrichten und Magazinen. Kabel1-Chef Guido Bolten übernimmt den freigewordenen Job bei Sat.1 und Jürgen Hörner, sein Kollege bei Pro7, zieht auf Boltens Posten.
Neben den Sat.1-Mitarbeitern, müssne auch die Angestellten von SevenOne Media von Berlin nach München umziehen um mit SevenOne Interactive zu fusionieren. Damit werden insgesamt 225 Stellen aus Konzernsicht eingespart - oder aus Mitarbeitersicht: gefeuert. Die Aussage des scheidenden ProSiebenSat.1-Vorstandschefs Guillaume de Posch "Die vier Free-TV-Sender Sat.1, ProSieben, kabel eins und N24 sind das Herz unseres Unternehmens. Wir tun alles, um diese Sender zu stärken, damit ihr Erfolg im Zuschauer- und Werbemarkt nachhaltig gesichert ist", wird für die beiden betroffenen Mitarbeitergruppen wie Hohn klingen.

Aktie mit Bodenkontakt

Die Aktie des Unternehmens liegt im Moment bei nur noch 1,80 Euro, was einen Verlust in einem Jahr von nahezu 18 Euro bedeutet. Guillaume de Posch beschwichtigt: "In einem schwierigen Marktumfeld haben wir einen Integrationsprozess gestartet, der die Marktposition der Gruppe entscheidend verbessert."
Wieder einmal wird also eine hoffentlich wenigestens in Zukunft erfolgreiche Sanierung auf dem Rücken des Personals ausgetragen.


SENDER
Umzug von Sat.1 nach München
fast beschlossene Sache
11.11.08 - Zu 99 Prozent sicher definiert man in der Chefetage von ProSiebenSat.1 die Umzugspläne seines (noch) Berliner Senders.
Die Geschäftsführer Torsten Rossmann und Matthias Alberti bereiteten ihre Mitarbeiter auf die Karawane nach Unterföhring vor. Alle Bemühungen des Betriebsrates, das Personal in Berlin halten zu können, waren umsonst. Diejenigen, die nicht nach Bayern umziehen können, sind dementsprechend entsetzt. Entschieden ist noch nichts, aber alle Anzeichen zeigen Richtung Süden. Angeblich sind zum Beispiel die Büroräume in Berlin bereits weitervermietet worden. Eventuell verleiben die Zentralredaktion des Senders in der Hauptstadt. N24 verbleibt seltsamerweise in seiner neuen Unterkunft am Potsdamer Platz.
Am Donnerstag soll es in Unterföhring eine außerplanmäßige Aufsichtsratssitzung der AG geben, in der angeblich der Umzug endgültig beschlossen werden soll. Bis Mitte 2009 soll der dann abgeschlossen sein.


SENDER
Unterschiedliche Finanzlage
bei den privaten Sendergruppen
6.11.08 - Zwei Quartalsbilanzen liegen vor: Sonnerschein und Regen - Die Stimmung bei den beiden großen Privatsendergruppen könnte nicht unterschiedlicher sein.
Strahlende Gesichter gibt es bei der RTL-Group. Ein sehr positives Ergebnis konnte man heute den Aktionären präsentieren. In den ersten neun Monaten 2008 erwirtschaftete 4,052 Mrd Euro - ein Zuwachs 0,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch das EBITDA stieg um rund 1,6 Prozent von 568 auf 577 Mio. Euro an. Das liegt zum großen Teil an der deutschen Abteilung der RTL-Mediengruppe: RTL, VOX, RTL2 und SuperRTL mussten zwar Markanteile und Reichweiten einbüßen, aber die Werbeumsätze betraf das nicht negativ.
Lange Gesichter dagegen wie zu erwarten bei ProSiebenSat.1. Hohe finanzielle Einbußen im deutschen Free-TV mussten hingenommen werden. verkraften, beweist der Quartalsbericht der ProSiebenSat.1 Media AG. Ein Umsatzrückgsang von ca. 21,9 Mio. Euro bzw. 3,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet jetzt nur noch 646,5 Millionen Euro. Während man in der RTL-Group eine Auswirkung der Finanzkrise erst für die nächsten drei Monate befüchtet, macht man bei ProSiebenSat.1 diese Krise schon mal jetzt für das eigene Ergebnis veranwortlich. Wie man es eben braucht.
Als Ursache für diesen Rückgang benennt der Konzern vor allem die anhaltenden Schwächen des deutschen Free-TV-Marktes. Auch die Einführung des neuen Werbezeiten-Verkaufsmodells sei ein Grund. Durch höhere Gewinne im internationalen Free-TV-Markt konnte das deutsche Minus von 9 % etwas abgeschächt werden. International verbuchte man einen Zuwachs von 10,9 % auf 174,4 Mio. Euro.
Das EBITDA wurde von 124,8 Mio. auf 103,1 Mio. Euro verringert, das Finanzergebnis hängt weiterhin im roten Bereich. Die Gruppe verlor 78,9 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum war es eine Minus von 46,5 Millionen Euro.


SENDER
ProSiebenSat.1 widerspricht Verkaufsgerüchten von N24
3.11.08 - Sparkurse führen gerne zu allerlei Gerüchten. So soll ProSiebenSat.1 angeblich planen, seinen Nachrichtenkanal N24 zu verkaufen. Der Konzern dementiert dies.
Als potentieller Interessent soll nach einem Bericht des "Handelsblattes" der Axel Springer Konzern gelten. Der große Verlag wollte die Gerüchte nicht aus dem Feld räumen, aber die ProSiebenSat.1-Gruppe beeilt sich, den Gerüchten ein Ende zu bereiten: "Nein, wir möchten N24 nicht verkaufen", sagte Sprecher Julian Geist am Montag gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de.
Bezüglich des Umzuges möglichen Umzuges von Sat.1 sieht es schon anders aus: "Wir schauen uns an allen europäischen Standorten Maßnahmen an. Es gibt aber keine Entscheidungen", hieß es.


SENDER
Tele5 gut im Geschäft
1.11.08 - Für Tele5 könnte es derzeit kaum besser laufen: Die Quoten entwickeln sich ebenso positiv wie die Finanzen - und das mitten in der Werbekrise.
99 % Umsatzplus verbuchte der Spielfilmsender im Oktober gegenüber dem September. Das ist das beste Ergebnis, seit der (Neu-)Gründung von Tele5.
Be den werberelevanten Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren hat sich der Zuspruch im Vorabendprogramm von bis zu 79 % seit Anfang 2008 (gegenüber bem Vorjahr) verbessert.
Die Tagesmarktanteile sind auf Erfolgskurs: 1,1 % konnte man im Oktober feststellen. Mitte dieses Monats ging es kurzfristig auf 1,7 % hoch.


SENDER
Sparkurs bei ProSiebenSat.1
1.11.08 - Sparen tut Not bei ProSiebenSat.1. Deswegen wurden jetzt die ersten Stimmen hörbar, die für einen Umzug von Sat.1 aus Berlin nach München sprechen.
Vom Tabu- zum Diskussionthema: aus Kostengründen könnte ein Umzug bevorstehen. Gerade ProSiebenSat.1 ist von der sogenannten Werbekrise betroffen und zwingt den hoch verschuldeten Medienkonzern zu rigiden Einsparungen von weiteren hundert Millionen Euro berichtet "Der Spiegel". Eine Kapitalspritze seitens der Eigentümer, die Finanzinvestoren KKR und Permira, sei außerdem geplant, wenn der Werbemarkt im kommenden Jahr weiterhin Probleme machen sollte. dies ist aber nicht offiziell. Zudem könnte Sat.1 ein Umzug nach München ins Haus stehen, obwohl man politischen Ärger damit befüchtet, aber damit abgesehehn von den einmaligen Umzugskoten Einsparungen erhofft.


TV-Hintergrund


SENDER
Tele5 weist Umsatzrekord aus
19.12.08 - Tele5 ist weiterhin finanziell kräftig im Aufwind. Die Werbeumsätze sind 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 83 % gestiegen.
Damit hat sich die Steigerungsrate vom Vorjahr (2006 zu 2007) fast verdoppelt. Verantwortlich für diesen starken Anstieg ist positive Quotenentwicklung. Von 0,8 % Marktanteil ging es auf 1,1 % in der werberelevanten Zielgruppe nach oben, was den Tagesdurchschnitt anbelangt. Im Dezemberwaren sogar 1,4 %. Im kommenden Jahr soll das Wachstum weitergehen, wozu eine Programmreform verhelfen soll. Die dreistündige Call-In-Sendung am Nachmittag soll erfreulicherweise wegfallen und Serienklassikern wie »Alf« und »Flipper« Platz machen. Geschäftsführer Kai Blasberg dazu: "Nach drei sehr konstruktiven Jahren des Ausbaus von Tele 5 vom konturlosen Mischprogramm zum Premium-Sender mit dem Thema Spielfilm/Kino sehen wir uns nun in der Lage, die nächsten Dringlichkeiten ins Auge zu fassen." Dazu gehöre auch eine weitere Steigerung der Reichweite: "Für 2009 peilen wir einen durchschnittlichen Tagesmarktanteil von 1,4 bis 1,6 % an."


SPORT
IOC kann offenbar den Kragen
nicht voll genug bekommen
3.12.08 - Die Europäische Rundfunkunion muss eine Schlappe verkraften: Die Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele 2014 und 2016 wurden ihr nicht zugeschlagen.
Das Internationale Olympische Komitee hat das Angebot der EBU zunächst abgelehnt. In Deutschland steht somit eine Übertragun in den beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF in Frage. Das IOC will offensichtlich noch mehr Geld erlösen und daher jetzt die Rechte einzeln für die europäischen Nationen ausschreiben. Die EBU zeigt sich völlig überrascht von der hohen finanziellen Erwartungshaltung, wie ihr Sprecher Fritz Pleitgen mitteilte. Man habe, erklärte sein designierter Nachfolger Jean-Paul Philippot, im Rahmen der weltweiten Finanzkrise das Maximum dessen geboten habe, was den EBU-Mitgliedern möglich sei.

Bekannt sind diebezüglich nur die vergangenen Summen für Peking 2008 mit 443,4 Mio. Euro und Turin 2006 mit ca. 135 Mio. Euro. Unklar ist, welche Beträge jetzt zur Debatte standen. Mit dieser Entscheidung beging das IOC einen Tabubruch, der eine 50 Jahre alte Vergabepolitik aufhob, die immer im Sinne der Zuschauer war.
"Das IOC verfolgt einen fairen und offenen Bieterprozess, der allen interessierten Parteien die Möglichkeit gibt, für die Olympischen Spiele 2014 bis 2016 die Rechte für Europa zu erwerben", äußerte dazu IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau.

Eine Wettbewerbsverzerrung, wie man schon früher seitens Premiere äusserte, mag das vielleicht sein. Klar kann man gesamteuropäisch sehr stark und geschlossen auftreten. Dennoch muss man die Frage stellen dürfen, was hier wichtiger ist: die Senderechte an Pay-TV-Sender zu vergeben für einen noch volleren Geldbeutel des IOC einerseits oder doch besser eine flächendeckende Erreichbarkeit der Spiele für die breite Zuschauerschaft, statt nur einzelne saftig dafür Zahlende zu bedienen? Zu rechnen ist dann obendrein, dass dann auch die quotenträchtigen Sportarten in dne Privaten mehr bedient werden, und der Rest zu kurz kommt.

ARD-Programmdirektor Volker Herres und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender halten die Erwartung für überzogen. und wollen abwaren, wie es weitergeht. Brender hat Zweifel, dass "durch Einzelverkäufe in den Ländern mehr Geld erwirtschaftet werden kann." Bis 2014 sei es noch lange hin.


SENDER
Kabel Deutschland macht Verlust
trotz gestiegenem Umsatz
26.11.08 - Nur dank einer verdoppelten Kundenzahl im Internet- sowie im Telefonbereich konnte der Konzern überhaupt höhere Einnahmen verbuchen.
Die Umsatz von Kabel Deutschland stieg um 15,4 % im III. Quartal 2008 im Vergleich zum gleichen Zeispanne des Vorjahres. Jetzt beträgt er 339,3 Mio. Euro. Eine doppelt so hohe Kundschaft, die Internet- und Telefonleistungen bezieht, machten dies überhaupt möglich.
Das EBITDA stieg um 29 % auf nun 142,9 Mio. Euro. Unter dem Strich stehen allerdings rote -22,3 Mio. Euro, während im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 3,1 Mio. erzielt werden konnte. Höhere Abschreibungen auf Investitionen, größerer Zinsaufwand durch getätigte Akquisition von Kabelnetzen und eine höhere Steuern seien der Grund für den Verlust.
Adrian von Hammerstein, Vorsitzender der Geschäftsführung von KDG stellte eine Übernahme der Konkurrenz in Aussicht:"Ein bundesweit operierender Kabelnetzbetreiber würde den Wettbewerb gegenüber den großen Telefongesellschaften auch im Interesse der Verbraucher fördern. Wir wollen bei einer solchen Marktkonsolidierung eine führende Rolle spielen".


SENDER
Der Bezahlsender Premiere
fährt hohe Verluste ein
13.11.08 - Das dritte Quartal war für Premiere in finanzieller Hinsicht in allen Bereichen bitter. Trotzdem bleibt man in der Konzernspitze optimistisch.
Nach der Übernahme der Aktienmehrheit durch Rupert Murdoch gab es in den letzten Monaten Meldungen über fingierte Unternehmenszahlen und personelle Konsequenzen. Im dritten Quartal dieses Jahres wurde nun tatsächlich ein Gesamtumsatz in Höhe von 244,6 Mio. Euro gemacht - ein Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,2 %. Die operativen Kosten stiegen dabei von 225,5 Mio. auf 271,8 Mio. Euro. Ein Verlust des EBITDA in Höhe von 27,2 Mio. Euro ist die Folge. Und insgesamt gibt es einen Nettoverlust von 89,1 Mio. Euro zu vermerken. Der aktuelle Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit weist ein Minus von 63,2 Mio. eiroas auf. Die Nettoverschuldung der Premiere AG stieg gegenüber dem Vorquartal auf 307 Mio. Euro an. Man prognositizert einen Gesamtumsatz für 208 von 1,015 Mrd. Euro und ein EBITDA-Verlust von mindestens 40 Mio. Euro.
Nach der durchgeführten Neuklassifizierung zum 30. September kommt der Sender auf 2,411 Mio. direkte Abonnenten (im Vorjahreszeitraum waren es 2,535 Mio.) mit einem Durschnittserlös von 23,92 Euro pro Kunde. Dazukommen noch 0,704 Mio. Wholesale Abonnenten, zu denen zum Beispiel Hotels und Sportbars gehören.
Trotz all deser Zahlen ist der Vorstandsvorsitzender der Premiere AG Mark Williams optimistisch: "Wir machen gute Fortschritte bei der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und haben bereits damit begonnen, wichtige Korrekturen vorzunehmen. Wir konzentrieren uns bei der Neukundengewinnung ausschließlich auf Kunden mit Laufzeitabonnements.


HINTERGRUND
GEZ-Gebühr für PCs von Gewerbe-treibenden ist zunächst rechtswidrig
12.11.08 - Nach einem Urteil des Verwaltunggerichtes Koblenz ist die Gebühr, die die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) auf PCs von Freiberuflern und Gewerbetreibenden erhebt, nicht rechtmäßig.
Nach dem bahnbrechenden Gebührenurteil des Verwaltungsgerichts Münster zum nutzen eines Studenten, gibt es es nun einen weiteren interessanten Beschluss, der die allzu übereifigen Geldquellenerschließer bei der GEZ in ihre Schranken verweist. Eine Anwaltskanzlei hat erfolgreich gegen ihre Rundfunkgebührenpflicht geklagt. Beide Entscheidungen sind allerdings noch nicht nicht rechtskräftig, der Streit wurde in die nächste Instanz, den zuständigen Oberverwaltungsgerichten, verwiesen. Die Fälle könnten sogar letztendlich beim Bundesverwaltungsgericht oder Bundesverfassungsgericht landen, denn betroffen ist auch das Grundrecht der Bürger auf Informationsfreiheit.
Das VG Koblenz stellt fest, dass der klagende Rechtsanwalt kein Rundfunkteilnehmer ist. Die Nutzung eines internetfähigen PCs genügt dafür nicht. Nach Ansicht des Gerichts wird jedenfalls ein PC im Büro und am Arbeitsplatz, der in erster Linie für Schreibarbeiten und zur Internetrecherche genutzt wird, eben nicht für den Empfang bereitgehalten.
Informationsfreiheit muss gewährleistet sein
Rundfunkteilnehmer wird nur der, bei dem konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass das Gerät auch tatsächlich für den Rundfunkempfang genutzt wird. Artikel 5 des Grundgesetztes gibt jedem Bürger das Recht, sich ungehindert aus allgemein zugänglichen Informationsquellen zu informieren. Die PC-Gebühr für Nutzer, die in erster Linie das Internet für Information und Kommunikation nutzen, würde eine unzulässige staatliche Hürde darstellen. Dabei wird von den öffentlich rechtlichen noch nicht einmal das Vollprogramm geboten. Bezogen auf die Informationsangebote des gesamten Internets, sind die Angebote minimal. Die Sender haben überdies die Möglichkeit, das im Internet angebotene Programm nur für zahlende und angemeldete Nutzer zur Verfügung zu stellen.


HINTERGRUND
Das Erste überdenkt Fernsehpreis
3.11.08 - Nachdem sich der Rummel um Marcel Reich-Ranicki wie zu erwarten schnell wieder gelegt hat, beginnt es im Kreis der Stifter des Preises zu rumoren.
Die Rede des Literaturkritikers und der daraus resultierende Eklat bei der Verleihungsgala zieht wider Erwarten größere Kreise als gedacht. Bei den Stifter selbst regt sich Unzufriedenheit über die Entscheidungsfindung der Jury, weiß der Spiegel in seiner aktuellen Printausgabe zu berichten. Man müsse über die Konstruktion der Preisvergabe und der Veranstaltung reden, heißt es da. Grundsätzlich finde man es richtig und wohl auch lobenswert, dass die Branche sich senderübergreifend zusammenfindet , um einen Preis zu verleihen, erklärt NDR-Intendant Lutz Marmor. Aber vor allem die Entscheidungen der Jury und das Gesamtkonzept der Vergabe möchte er der Kritik aussetzen. "Was bringt uns eine Veranstaltung, in der unser »Contergan«-Film zugleich mit »Deutschland sucht den Superstar« ausgezeichnet wird?" fügt der Intendant hinzu und kündigt eine interne Diskussion an.


SENDER
Sat.1 schliesst zielgruppenmäßig
zu den Öffentlich-Rechtlichen auf
27.10.08 - Im Gegensatz zu RTL und Pro7, die weiterhin das jüngere Publikum bedienen, werden die Zuschauer von Sat.1 älter - ganz genau wie beim Ersten und Zweiten.
Nach einer Analyse des Nachrichtenmagazins "Focus" stieg der Altersdurchschnitt des ZDF von 59 auf 60 Jahre an. Bei der ARD sind die Zuschauer im Schnitt 59 Jahre alt. Und Sat.1 nähert sich diesen Zahlen von unten an. Um zwei Jahre ging es gegenüber 2006 auf jetzt 51 Jahre zurück.
Umgekehrt geht bei RTL daher: Das Durchschnittsalter ging um drei Jahre auf jetzt 45 Jahre zurück - bei Pro7 hat man mit 36 Jahren noch einmal eine um ein Jahr jüngere Zuschauerschaft als vor zwei Jahren.
Angesichts der aufgrund einer stetig alternden Gesellschaft, antiquierten Denkweise mit dem besonderen Augenmerk auf die sogenannte werberelevante Zielgruppe, dürfte man bei Sat.1 ins Schwitzen kommen. Aber in diese Betrachtungsweise kommt langsam aber sicher Bewgung. RTL-Chefin Anke Schäferkordt zeigte sich für Veränderungen offen: "Wir hängen nicht an 14 bis 49", erklärte sie dem "Focus". Die Zielgruppe sei nichts anderes als "eine gelernte Währung, um die Leistungen der Sender vergleichbar zu machen". Schäferkordt weiter: "Wir sind die letzten, die einer Neudefinition im Weg stehen." Gerade RTL bei müsste sich darüber eigentlich die wenigsten Gedanken machen, wenn man den Trend dieses Senders ansieht.
Von den teilweise sehr trashigen Programmen fühlen sich gerade die Älteren immer weniger angesprochen. Beim Gesamtpublikum sank der Markteil in den letzten zwei Jahren von 12,8 auf 11,6 %. 2003 waren es sogar noch knapp 15 %.

In der Übersicht:
ARD
Ø 59 Jahre
ZDF
Ø 60 Jahre
RTL
Ø 45 Jahre
Sat.1
Ø 51 Jahre
Pro7
Ø 36 Jahre
Vox
Ø 45 Jahre
RTL2
Ø 40 Jahre
Kabel1
Ø 42 Jahre


HINTERGRUND
Fernsehverhalten von jung und alt
28.10.08 - Die Jüngeren unter den Zuschauern sitzen länger vor der Glotze, als noch im Vorjahr, bei den Kindern und den Älteren zeigt der Trend leicht abwärts.
Trotz Internet ist ein Anstieg den Fernsehkonsums bei den jüngeren Zuschauer zu beobachten. Bei den Älteren ist der Trend erstaunlicherweise gegenläufig. Eine Sonderanalyse des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media auf der Grundlage von auf Basis der AGF/GfK-Zahlen sagt dies aus.
Die tägliche Sehdauer bei den 14- bis 29-Jährigen stieg von 132 Minuten (2007) um 3 Minuten auf 135 Minuten in diesem fast abgelaufenen Jahr.
Bei den 14- bis 49-Jährigen ist eine Stagnation auf hohem Niveau zu erkennen: 176 Minuten wie im Vorjahr. Beim Gesamtpublikum sind die Zahlen rückläufig: von den hohen 205 geht es allerdings nur geringfügig abwärts auf 204 Minuten. Die tägliche Sehdauer der 3- bis 13-jährigen Kinder sank dabei von 85 auf 84 Minuten. Auch die älteren Zuschauer (ab 50 Jahren) haben diese Minusminute im Gepäck: von 270 auf 269 Minuten. also steht zur Zeit fest: das Internet hat bei seiner hautsächlichen Zielgruppe, dem Fernsehen keinen Schaden angerichtet - im Gegenteil. Man ergänzte sich offenbar hervorragend.


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