Sektion: Rubriken > Skandale

ältere Skandal oder Skandälchen

Skandal 5 (update)


SKANDAL
Der "Fall Scheichwerbung"
Medienwächter beanstandeten Schleichwerbung zu Recht
Update 14.12.08 - Gericht bestätigte den Verstoß gegen das Schleichwerbeverbot bei der »TV Total Wok-WM« 2006 und 2007 - Die Klage des Senders Pro7 blieb erfolglos.

Das Berliner Landgericht gab der Entscheidung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) Recht, die in den beiden Übertragungen der »TV Total Wok WM« 2006 und 2007 Schleichwerbung im Frühling 2008 beanstandet hatte. Eine Klage des Senders gegen gegen den Beanstandungs- und Untersagungsbescheid wrde daher abgewiesen.

Firmen- und Markenlogos wurden optisch und verbal eingebunden. Unter anderem wurden die teilnehmenden Mannschaften nach Produkten benannt, und dies seit eben Schleichwerbung, fanden die Medienwächter. Pro7 hielt dagegen, dass es sich um eine Sportveranstaltung handle, bei der es keine Einflussmöglichkeit auf Durchführung und Organisation, insbesondere der Platzierung von Werbebannern und Sponsorenhinweisen am Veranstaltungsort, gebe.

Das Gericht ist der Meinung, dass man die Wok-WM nicht mit einem regulären Sport-Ereignis vergleichen kann, da sie zum Zweck einer TV-Ausstrahlung organisiert werde. Der Sender habe ohnedies ein redaktionelles Mitbestimmungsrecht. Prodzuziert wird die Show zwar von der Produktionsfirma Raab TV, umgesetzt jedenfalls aber von der ProSieben Event GmbH. Die Werbeabsicht von Pro7 entfalle nicht. Beim Sender ist man weiter in Kampfstimmung und will nun weitere Schritte prüfen, erklärte Sprecher Christoph Körfer. Die Entscheidung macht die Finanzierung solcher Veranstaltungen für Pro7 künftiger nicht gerade einfacher.

Update (08.03.08):
Osterhase als Schleichwerbung eingestuft
Ein goldenfarbener Osterhase, der in der Sat.1-Show »Jetzt gehts um die Eier - Die große Promi-Oster-Show« (April 2006) zu sehen war, war Gegenstand eines Rechtsstreits. Mehrfach wurde mit rotem Halsband, Schriftzug und Werbebanner einer bekannten Herstellerfirma in der Sendung gezeigt.

Von der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt LMK wurde dies als Schleichwerbung beanstandet Sat.1 hatte dagegen geklagt und das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hat nun sein Urteil bekannt gegeben: Schleichwerbung in Unterhaltungssendungen sei nicht zulässig sei, auch wenn sie bei Sportübertragungen geduldet würde. Die Klage des Berliner Sender wurde damit abgewiesen.

Bei Sat.1 will man das nicht hinnehmen, denn man sei nicht verantwortlich für den Osterhasen gewesen. Die Veranstaltung sei von einer externen Firma organisiert worden und es würde sich damit um sogenannte aufgedrängte Werbung handeln. deren Übertragung genau wie bei Sportveranstaltungen nicht vermeidbar sei.

Nach Auffassung der Richter stellt sich das anders dar: Sat.1 könne sich als Inhaberin der Rechte am Sendeformat nicht auf die Auslagerung der Produktion am Übertragungsort berufen. Manfred Helmes, Direktor der LMK, begrüßte das Urteil als wichtige Unterstützung im Kampf gegen Schleichwerbung.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieses Urteils hat das Verwaltungsgericht eine Berufung ausdrücklich zugelassen. Davon will Sat.1 angeblich auch Gebrauch machen.

Update (05.03.08):
Die Sender nehmen Stellung
Sofern sie mittlweile schon offzielle in Kenntnis gesetzt worden waren, nahmen
die betroffenen Sender unterschiedlich eine erste Stellung.
Bei n-tv glaubt man nicht, dass es zu einer Beanstandung durch die Landesmedienanstalt kommt. Man gibt sich unschuldig. "Wenn überhaupt, dann reden wir über eine Unachtsamkeit", äuérte n-tv Geschäftsführer Hans Demmel. Die Berichterstattung über den neuen Anbieter habe sich im Rahmen einer üblichen Agenturmeldung bewegt. Produktionskostenzuschüsse durch Unternehmen, über deren Produkte berichtet wird, gebe es beim Sender nicht. Sollte es dennoch zu einer Beanstandung kommen, werde man sich entsprechend danach richten.

Auch DCTP, dessen Sendung »Spiegel TV« von Vox ausgestrahlt wird geht offensiv mit der Kritik um: "Wenn der Vorwurf im Raum steht, muss er aufgeklärt werden", erklärt der Sprecher Paul Leo Giani gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. Man habe sich umgehend auf Grund der Kritik mit Spiegel TV in Verbindung gesetzt.
Der schriftliche Bericht des Produzenten stehe zwar noch aus, man sei aber zuversichtlich der Behörde klar belegen zu können, dass es sich in dem kritisierten Fall nicht um Schleichwerbung gehandelt habe. Die Berichterstattung über Tiefkühlgemüse, in der den Medienwächtern zu häufig der Name eines Herstellers auftauchte, sei klar journalistisch ausgerichtet gewesen.

Pro7 mochten man bislang offziell noch keine Stellung beziehen, da man erst ein offzielles Anschrieben abwarten will. Einen pauschalen Vorwurf der Schleichwerbung weist der Sender jedoch zurück. Ebenso lieft der Fall von Bloomberg. Der Wirtschaftssender wurde von der lizenzierenden LPR Hessen noch nicht über den Vorwurf informiert. Auch der Sportsender DSF hat diesbezüglich noch keine Post von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien erhalten.

Update (29.02.08):
Verstösse bei mehreren Sendern entdeckt
Bei ihren Kontrollen hat die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz (GSPWM) im Dezember des letzten Jahres bei sechs der untersuchten Sendern, bzw. zehn Sendungen, Anhaltspunkte für verbotene Schleichwerbung entdeckt. Keine Verstöße wurden bei den Programmen von RTL, Sat.1, MTV, Kabel1, Tele 5, RTL2, VOX, SuperRTL, Nick und N24 festgestellt, hieß es. In vier Fällen sahen die Medienwächter einen möglichen Anfangsverdacht und empfahl den jeweils zuständigen Landesmedienanstalten, rechtsaufsichtlich tätig zu werden.

Betroffen war etwa das Pro7-Magazin »Galileo«, Auch die n-tv-Magazine »Motor« und »Deluxe« und die Nachrichtensendung »n-tv Der Tag« wurden beanstandet, genauso wie eine Folge von »Date oder Fake« des Senders Viva. Ebenfalls bei Bloomberg (»Sicher-lich«, DSF (innerhalb eines Gewinnspieltrailers) und einer »Spiegel TV«-Sendung bei Vox gab es etwas Auffälliges.
Für den GSPWM-Vorsitzende Prof. Dr. Norbert Schneider sind das keine großen Dinge. "Auch wenn es sich wieder um eine nur ausschnitthafte Untersuchung handelt, so können wir, bis zum Beweis des Gegenteils, verhalten optimistisch sein. Die große Mehrheit der Sender kennt nicht nur das Verbot von Schleichwerbung, sondern scheint es auch im Programmalltag zu beachten."

In den meisten Fällen handelte es sich bei den Verdachtsfällen um Beiträge, in denen Produkte oder Dienstleistungen vorgestellt wurden und bei denen ein Anbieter oder Hersteller auffällig oft und kritiklos genannt wurde, Konkurrenzprodukte jedoch keine Erwähnung fanden. Ein Verdacht ergibt sich in der Regel auch dann, wenn Firmen- oder Markennamen öfter genannt werden, als redaktionell notwendig. Die Bandbreite der Programme, in denen GSPWM Schleichwerbung vermutetet, reicht von Programmtrailern über Sport- und Wissenssendungen bis hin zu einem Nachrichtenmagazin. In der Nachrichtensendung »n-tv Der Tag« soll beispielsweise soll am 10. Dezember der Stromanbieter E wie Einfach in werblicher Weise und ohne einen Hinweis auf Mitbewerber vorgestellt worden sein. In der Pro7-Sendung »Galileo« fiel den Medienwächtern am 6. Dezember ein Beitrag auf, in dem eine Carrera-Bahn aufgebaut wurde. Auch hier hatte der Markenname eine größere Präsenz, als redaktionell notwendig.

Die zuständigen Landesmedienanstalten werden voraussichtlich die Sender zu den konkreten Vorwürfen anhören. Sollten sich die Verdachtsfälle erhärten und die Sender tatsächlich Schleichwerbung betrieben haben, können die Fälle mit einer öffentlichen Beanstandung geahndet werden.

Andrea Kiewel büßt
für Schleichwerbung
23.12.07 - Andrea Kiewels unerlaubte Werbung für "Weight Watchers" hat nun Konsequenzen: Das ZDF und der MDR beenden ihre Zusammenarbeit mit der Moderatorin. Sowohl bei »Johannes B. Kerner« als auch in der Kochshow »Lafer! Lichter! Lecker!« platzierie Kiewel verbotene Schleichwerbung. "Die Auftritte von Kiewel in mehreren Sendungen in Verbindung mit den jetzt bekannt geworden Details ihres PR-Vertrages mit der Organisation Weight Watchers haben die Vertrauensbasis zwischen uns zerstört", lässt ZDF-Intendant Markus Schächter verlauten. Schleichwerbung in Sendungen des ZDF seien "nicht akzeptabel". Auch MDR-Fernsehdirektor Wolfgang Vietze äussert sich sinngemäß ebenso.
Kiewel selbst hatte am Donnerstag bereits zugegeben, gelogen zu haben. In einer Stellungnahme machte sie klar, "dass es eine PR-Vereinbarung gab, in deren Rahmen es zu einem Foto-Shooting und einem Interview-Termin kam". Als sie vor den Aufzeichnungen auf mögliche Verträge angesprochen wurde, hatte sie diese Vereinbarungen jedoch negiert.
Für den »ZDF-Fernsehgarten« und weitere Unterhaltungssendungen müssen nun Nachfolger gefunden werden. Sechs bereits produzierte Sendungen werden in den nächsten Wochen allerdings wie geplant ausgestrahlt.
Die betroffenen Sendungen »Johannes B. Kerner» vom 23. Januar 2007 und »Lafer, Lichter, Lecker« vom 13. Januar 2007 werden nicht mehr wiederholt oder in der ZDF-Mediathek bereitgestellt. Eine bereits aufgezeichnete Folge der Talkshow »Riverboat« wird noch wie geplant ausgestrahlt.
Für Andrea Kiewel wird es nach Angaben von ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut "nach jetzigem Stand" keine juristischen Folgen geben.
Skandal 10


SKANDALE
Gottschalk erspielt ein Million bei »WWM« - und viele wussten es ...
20.11.08 - Große Aufregung im Internet - allen voran bei DWDL.de - über die sogenannte "Sperrfrist" für Medienmeldungen, ihre Einhaltung im Allgemwinen und bei der aktuellen «WWM»-Sendung im Besonderen.

Zu diesem Thema zunächst ein kleiner Internetmedien-Spiegel contra Sperrfrist, der wohl in dne nächstne Tagen noch Kreise ziehen wird.
DWDL.de
Azurblau.de
Blogmedien.de

Nisher war auch nur eine Einzelmeinung zu finden, die dagegen angeht.
RTiesler.de
Teilweise möchten wir uns dieser zu polemischen Meinung anschliessen, Aber eben nur teilweise verbunden mit einer Rück-Einschränkung.

Recht hat DWDL.de- Chefredakteur Thomas Lückenrath grundsätzlich damit, diejenigen Printmedien anzuprangern, die eigens für sie eingerichtete Frist heute unterlaufen haben und der Papier-Branche damit schweren und vielleicht irreparablen Schaden zufügt haben.

Falsch ist allerdings die Einstellung, Sperrfristen als antiquiert und insbesondere weitergehend, gleich alle Printmedien als überholt einzustufen. Das geht doch viel zu weit. Onlinemedien, die so etwas behaupten sind tatsächlich überheblich. Obgleich DWDL.de natürlich insgesamt ganz und gar nicht als überheblich zu bezeichnen ist. Lückenrath hat nur in einem Übereifer diesmal etwas über die Stränge geschlagen. An der Seriösität der Webseite besteht weiterhin kein Zweifel.

Falsch war also auch der Entschluß von Lückenrath gewesen, ins gleiche Horn zu blasen und ebenfalls die Frist zu unterlaufen. Hat man bei DWDL.de nur darauf gewartet, dass einige unkluge Printmedien Wasser auf diese Mühle schütten, um endlich eine Diskussion anstoßen zu können, die am Schluss vielleicht das rote Tuch Sperrfrist kippen könnte? War also der angeblich gerechte Zorn nur gespielt? Man weiss es nicht - alles ist möglich.

Fazit: Jede "Abteilung" der gesamten Medienbranche sollte zwar weiterhin die Vorteile nutzen, die man jeweils hat, aber bei allem Konkurrenzdenken sollte das Gebot der Fairness niemals vergessen werden und an einem gemeinsamen Strang gezogen werden. Die Online-Abteilung muss der notleidenden Branche mit Respekt und Unterstützung begegnen. Alles andere wäre grundfalsch und erschütternd.

Der Kölner Express und anscheinend auch andere Blätter haben ihren Kollegen/Konkurrenten heute einen Bärendienst erwiesen und DWDL war entweder ungeschickt - oder eben gerade doch sehr geschickt - auf diesen Zug aufzuspringen. Hoffentlich hält dieser schnell wieder an!