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Skandal 2
SKANDAL
Der "Fall" »Germany's Next Topmodel«
28.2.08 - Modelagenturchefin Louisa von Minckwitz ist über den harten Umgangston, der in der Pro7-Castingshow angewandt wird, wenig erbaut. Gleichzeitig macht die den aktuellen Kandidatinnen der dritten Staffel nur wenig Hoffnung auf einen beruflichen Erfolg. Gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" äußerte sich von Minckwitz sehr kritisch über »Germany's Next Topmodel«: "Natürlich wird man auch nicht von heute auf morgen ein Topmodel. Aber von meinen Agenten, mit denen ich im Ausland zusammenarbeite, kennt keiner Barbara Meier oder Lena Gercke." Ein Topmodel müsse allen Nationen gefallen: "Das ist ja die Voraussetzung, um weltweit für Kampagnen gebucht zu werden. Und bei Modeschauen sind jetzt gerade androgyne, sehr dünne Mädchen gefragt. Die würden bei den TV-Zuschauern wohl nicht so gut ankommen", erklärt die Agenturchefin. Sie fügt hinzu: "So, wie mit den Kandidatinnen in dieser Sendung umgesprungen wird, würden wir nie mit unseren Mädchen umgehen. Das würde keine deutsche Modelagentur. Wir würden uns auch nie vor ein Mädchen hinstellen und sagen: 'Du bist zu fett.' Wir setzen uns nett mit den Mädchen zusammen und erklären ihnen, warum sie beispielsweise an der Hüfte ein wenig abnehmen müssen." Also wieder eine deutsche Castingshow, in der die Juroren sich harte Kritik gefallen lassen müssen.

Update (01.03.08):
Eklat auf der Modemesse Barcelona
Die Auftakt-Episode wurde Mitte Januar auf der Modemesse "Bread & Butter" in Barcelona gedreht. Dort versuchten die Kandidatinnen für den Modedesigner Philip Plein spontan und fast ohne Vorkenntnisse eine Modenschau zu laufen. Das Ergebnis war eine peinliche Veranstaltung, da das Publikum der Messe von Dreharbeiten für eine TV-Show nichts wissen sollte. Für die Fernsehzuschauer war es hingegen - ganz im Stil von Konkurrent »DSDS« - ein Riesenspaß, zuindest für die Schadenfrohen.
Wenige Tage nach der Messe, am 22. Januar, beschwerte sich Karl-Heinz Müller, Managing Director des Messeveranstalters Bread & Butter, in einer Pressemitteilung über diese Aktion: "Diese Fashion Show hat mich sehr bestürzt. Es ist mir ein Anliegen, hierzu Stellung zu beziehen: Ich kann einfach nicht glauben, dass ein großer, deutscher Fernsehsender so arbeitet. Die Organisation war mehr als unprofessionell, eine Betreuung der Mädchen fand nicht statt, es gab kaum ein Rehearsal, weder Essen noch Trinken, die Schuhe waren meist zu groß. Es war unwürdig. Meines Erachtens wurden die Mädchen vorgeführt. Hier wurde unser Vertrauen missbraucht."

ProSieben lässt diese Vorwürfe natürlich nicht auf sich sitzen: "Wir finden die Äußerungen von Herrn Müller sehr befremdlich. Abgesehen davon, dass weder Pro7 noch die Produktion 'Germany's next Topmodel' Veranstalter der Modenschau waren, sondern der Designer Philipp Plein, der dafür die Anwärterinnen gebucht hat." Die erhobenen Vorwürfe weist Proß-Sprecherin Tina Land nach Rücksprache mit dem Veranstalter, dem Produktionsteam vor Ort und den Teilnehmerinnen ebenso strikt von sich, wie die Äußerungen über eine unwürdige Behandlung oder dass die Mädchen gar vorgeführt wurden: "Im Gegenteil: Die Mädchen waren von der Modenschau begeistert. Und auch der Designer zeigte sich nach der Show sehr zufrieden" (...) "Es scheint eher, dass sich jemand über den Markennamen 'Germany’s next Topmodel' ins Gespräch bringen möchte."

Als „Popo-Panne bei «Germany’s next Topmodel»“ bezeichnet die "Bild"-Zeitung einen der peinlichen Zwischenfälle: Die Kandidatin Gina Lisa musste ein zu kurzes Kleid vorführen - vergeblich versuchte die 21-Jährige den Stoff zu richten und musste am Ende mit blankem Gesäß über den Laufsteg gehen. "Jetzt kennt die halbe Stadt meinen Po", ist ihre etwas unglücklich wirkende Reaktion. Bei Pro7 weist man ach hierbei jede Schuld von sich: "Das Kleid wurde vom Designer Phillip Plein selbst ausgesucht."

Gut wenn man einen Sündenbock findet. Gesendet wird es trotzdem alles und man manvöriert sich schön ins Bewusstsein der Zuschauer, die dann gleich wieder massenhaft strömen.